Soll
man sagen, das Unternehmen Rukka sei seiner Zeit voraus? Das mag
vielleicht etwas zu weit gehen, aber bei den aktuell wieder steigenden
Temperaturen mit sogar über 20 Grad erscheint es irgendwie zu früh, sich
mit dem Gedanken an dick gefütterte Winterhandschuhe zu befassen.

Als
wir am vergangenen Wochenende aber mit unserem Redaktions-Team zu einer
Harz-Runde aufgebrochen sind, war ich sehr zufrieden, mir bereits ein
Exemplar des neuen Rukka-Modells "Cosmo"
besorgt zu haben. Und mit dieser Zufriedenheit war ich nicht allein.
Das lag vor allem daran, dass unsere Fotografin und Kulinarik-Expertin
Simone nur deswegen mein im Vergleichstest vom letzten Winter
als persönlicher Favorit hervorgegangenes Modell „Mars“ des gleichen
Herstellers nutzen durfte. Das war bei morgendlichen gut 3 Grad und
einer anstehenden Autobahn-Hatz von 150 Kilometern eine wichtige
Voraussetzung.
Von
dem „Cosmo“ gibt der finnische Hersteller an, dass es sich dabei um ein
vollkommen wasser- und winddichtes Exemplar mit Gore-Tex-Ausstattung
handele. Außen habe man einen Mix aus Leder und Polyamid verwandt,
während innen eine leichte Wattierung für eine Extra-Portion an Wärme
auch bei kalter Witterung sorgen soll.

Neben
einem Knöchelschutz aus Carbon, der mir im Hinblick auf die von uns
getestete Touren- und Reisetauglichkeit von eher untergeordneter
Bedeutung erscheint, wurden die Handschuhe auch mit einem
Kahnbeinschutz, einer Möglichkeit zum Abwischen der Regentropfen vom
Helmvisier mittels einer kleinen Zunge am Zeigefinger der linken Hand
und auch mit reflektierenden Paspeln ausgestattet. Der "Cosmo" ist in
hellem beige sowie klassischem schwarz in einer breiten Größenpalette
von 7 bis 13 für etwa 160 Euro erhältlich.

Optisch
fällt die besondere Form der Stulpen auf.Hier hat Rukka den Handschuhen
auf der Ellenseite des Unterarmes eine etwas verlängerte Stulpe
verpasst. Bei einigen Jacken rutschen die Ärmel in der Sitzposition auf
dem Motorrad etwas nach oben und geben dann ein Stück unbedeckten und
damit ungeschützten Unterarmes frei. Das soll mit dem Modell Cosmo nun
ein Ende haben. Besitzer von eher eng geschnittenen Jackenärmeln könnten
hier allerdings einige Probleme bekommen und sollten vor dem Kauf
unbedingt eine Anprobe mit angezogener Motorrad-Jacke machen.

Bei
meiner Jacke „ARMAS“ ebenfalls aus dem Hause Rukka ist das alles kein
Problem; die Handschuhe lassen sich ohne Schwierigkeiten zwischen die
Außenhaut und dem in den Ärmeln fixiertem Windschutz platzieren und auch
beim Verschließen der Ärmel-Reißverschlüsse an der Jacke gibt es keine
Probleme.
Die
Handschuhe selbst wirken spürbar gefüttert, allerdings irgendwie ein
wenig anders, als ich das von dem bei mir bereits im Einsatz
befindlichen Modell „Mars“ kenne: Dessen im Handschuh eingearbeitetes
Fleece macht zwar beim Anziehen ein noch etwas wohligeres Gefühl, hat
aber hinsichtlich des Feingefühls und der Greiffähigkeit einige
Nachteile:

Der
"Cosmo" überrascht mit sehr gutem Handling. Alle Bedienelemente am
Motorrad lassen sich mit guter Rückmeldung einwandfrei bedienen und auch
die Bedienung des Touchscreen-Displays meines Navigationssystems GARMIN
zumo 550 ist nach sehr kurzer Gewöhnungsphase ohne Fehlfunktionen
möglich. Hier hat der „Cosmo“ sogar im Vergleich zum insoweit bereits
sehr gut aufgestellten „Mars“ knapp aber dennoch spürbar die Nase vorn.
Einzig die Bedienelemente am SRC-System von Schuberths C3 Pro werden mit den gefütterten Fingern nicht wirklich erkannt.
Auch
nach etwas mehr als einer Stunde Autobahnfahrt bei Temperaturen von
mittlerweile noch immer unterhalb von 6 Grad stellte sich keinerlei
Kältegefühl an Händen und Fingern ein. Beim Tankstopp gab es unter uns
zwölf mitgekommenen Tour-TeilnehmerInnen einen kurzen Temperatur-Check
der Hände, den die beiden Rukka-Modelle von Simone und mir mit nur einer
Ausnahme klar für sich entscheiden können. Nur Johannes, bekanntlich
der Mann mit den warmen Händen und anschließend ab 10 Grad mit nur noch
dünnen Sommer-Handbekleidungen unterwegs, konnte in seinen Dainese
Guanto Contact GTX X-Trafit mithalten, taugt aber dementsprechend auch
nicht wirklich als Maßstab.
Eine
echte Wasserdichtigkeitsprobe ist uns an diesem Wochenende dank
freundlichen Wetters erspart geblieben. Bei der bekannten
Rukka-Ausstattung mit Gore-Tex-Membran ist aber auch nichts anderes als
dauerhafte Wasserdichtigkeit zu erwarten, wäre alles andere doch ein
klarer Reklamationsgrund.

So
hat denn das neue Rukka-Modell „Cosmo“ doch sogar schon jetzt sehr
überzeugen können. Wer für die gewiss demnächst noch kommenden kalten
Tage vorsorgen möchte oder muss, sollte sich dieses Modell unbedingt
einmal näher ansehen und anprobieren. Für mich ist dieser Handschuh an
kalten Tagen von nun an das Modell der Wahl, nachdem Simone am Ende der
unserer Harz-Tour meinen bisherigen Favoriten „Mars“ unschuldig
dreinblickend okkupiert hat, auch wenn er ihr ein wenig groß ist. Und
wer weiß, wie wichtig es ist, dass die Menschen um einen herum glücklich
und zufrieden sind, der ahnt, dass ich daran lieber nichts versuchen
werde, zu ändern.
Zumal
mich das Modell Cosmo auch mit einer sehr guten Passform wirklich sehr
überzeugt hat, keinerlei Schwachstellen zeigte und sich deswegen auch
volle 5 von 5 möglichen „LikeBikes“ verdient hat. In Erwartung einer
langen Lebensdauer, für die die sehr gute und saubere Verarbeitung
dieses Modells spricht, erhält der Handschuh Rukka Cosmo trotz des nicht
ganz geringen Kaufpreises auch den Status eines
Motorrad-Tourer.com-Tipps!


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen