Nach
den ersten kleineren Touren und einigen Kilometern auf unserer neuen
Travel-Q-ueen, der 1200er GS, stand eine Entscheidung schnell fest: Neue
Gummis müssen her. Der Vorbesitzer hat das Motorrad leider mehr
herumstehen lassen, als dass er es bewegt hat. Und so zeigten die alten
Schlappen zwar noch ein leidliches Profil. Aber ein immerhin schon fast
sechs Jahre altes Herstellungsdatum sowie eindeutige Spuren des Fahrens
mit zu niedrigem Luftdruck sprachen eine deutliche Sprache.
Nach den zuletzt so guten Erfahrungen mit dem Online-Reifenhändler Tirendo war klar, wir würden uns wieder auf diesem Portal umgesehen.

So
fiel dann unsere Wahl auf den TrailAttack 2 von Continental. Dieses
Modell wird oftmals als sehr gute Wahl für die große GS genannt, wenn
überwiegend Straßen-Kilometer abgerissen werden sollen und nur ab und an
mal ein Ausflug in leichtes Gelände geplant ist. Und für lediglich etwa
200 Euro erstanden wir dann unsere neuen Fahrbahnverbindungen.

Wie
selbstverständlich wurden die neuen Reifen in unserer Partner-Werkstatt
von Pfiffikus aufgezogen und durften auch gleich die ersten Strecken
des Berliner Umlands kennenlernen. Dabei gewannen wir den Eindruck, dass
die Herstellerangaben durchaus berechtigt sind: Eine besonders
aufgeraute Oberfläche in Verbindung mit dem Verzicht auf den Einsatz von
Trennmitteln bei speziell beschichteter Reifenform soll nach Angaben
des niedersächsischen Reifenherstellers eine besonders kurze Einfahrzeit
ermöglichen.

Und
tatsächlich merken wir schon recht zeitig auch bei zügiger Fahrt auf
trockener und warmer Fahrbahn keinerlei Rutscher. Alles weitere wird die
nächste Zeit zeigen, wir freuen uns jedenfalls schon darauf.

Update Mitte Januar 2015:
Mittlerweile
sind wir deutlich über 5000 km mit dem TrailAttack 2 von Continental
unterwegs gewesen. Dabei wurde dieser sowohl auf ganz unterschiedlichen
Untergründen als auch bei verschiedenen Temperaturen und
Witterungsbedingungen eingesetzt. Unterwegs auf unserer #CzechCircle 2015
umrundete er beispielsweise Tschechien und musste sich dabei teils auf
kleinen Straßen im Erzgebirge und am östlichen Rande von Mähren
beweisen. Aber auch längere Autobahnetappen und kurvige Landstraßen mit
unterschiedlich gutem Belag wurden mit ihm befahren.
Der
TrailAttack 2 hat dabei zu keinem Zeitpunkt einen Anflug von Schwäche
oder Unsicherheit gezeigt. Bereits vom ersten Meter an - und das gilt
auch bei kühleren Temperaturn kurz über dem Gefierpunkt - greift er
zuverlässig und souverän, ohne sich einen Rutscher zu erlauben. Nasses
Kopfsteinpflaster, schlaglochübersäte Asphaltruinen oder
Betonplattenwege - Voraussetzungen die man rund um die kleineren
Ortschaften im Osten Deutschlands nach wie vor häufig antrifft - stellen
ihn vor keine Probleme. Onroad hat er sich damit von seiner allerbesten
Seite gezeigt.

Außerdem
haben wir den Conti-Gummi selbstverständlich auch abseits befestigter
Wege bewegt. Hier zeigt sich dann ein etwas differenzierteres Bild. So
führt er Motorrad und Piloten sicher über Plattenspuren und kurze
Rasenabschnitte dazwischen. Auch leidlich feste Feld- oder Sandwege
meistert der TrailAttack 2 ganz ordentlich, ebenso Schotterpassagen.
Aber je weicher der Untergrund wird, desto mehr treibt man ihn an seine
Grenzen: Einige Regentage mit zahlreichen Litern Regenwasser pro
Quadratmeter hatten vor unserer Testfahrt die Waldwege in ein
abwechslungsreiches Geläuf mit unterschiedlichen Voraussetzungen
verwandelt. Dabei zeigte sich, dass der TrailAttack 2 immer dort, wo
entweder loser Sand oder aber auch matschige, nasse Abschnitte zu
bewerkstelligen waren, volle Aufmerksamkeit erforderte und nicht alle
Situationen wirklich souverän meisterte: Einmal im Schlamm angehalten,
griff der mit Straßenprofil versehene Gummi nicht ausreichend und machte
dem Namen des Reifens nicht unbedingt alle Ehre.

Insgesamt
aber ließen sich auch diese Streckenabschnitte mit der 12er GS
bewerkstelligen. Und wer sich nicht von der Reifenbezeichnung zu viel
verspricht sondern auf die Einsatzbeschreibung des Herstellers achtet,
wird nicht enttäuscht sein: Das vorrangige Einsatzgebiet dieses Reifens
ist und bleibt die Straße, von der er lediglich ab und an mal einen
Abstecher auf unbefestigte Schotter- und Feldwege ermöglichen soll.
Diese Aufgabe erledigt Contis TrailAttack 2 mit Bravour und hat sich
damit in die Herzen der Redaktionsmitglieder auf der 12er GS gefahren.
Nach
mittlerweile mehr als 5000 km Laufleistung haben auch sowohl Vorder-
als auch Hinterrad nur wenig an Profilstärke verloren, so dass hier noch
einige Einsatzstrecke vor uns liegen dürfte. Da aber oftmals das
Reifenmatrial progressiv abgenutzt wird - also zunächst sehr lange
praktisch unverändert vorhanden ist, aber sehr schnell abbaut, wenn die
härtere Außenschicht abgetragen wurde - trauen wir uns hier momentan
noch keine Prognose zu.

Bei
unserer Bewertung des Reifens gehen wir daher von der oben
beschriebenen vom Hersteller vorgesehenen Nutzung weit überwiegend auf
der Straße mit gelegentlichen Abstechern rechts und links davon aus.
Hier hat der TrailAttack 2 prächtig überzeugt und ist aus unserer Sicht
für dieses Einsatzgebiet eine eindeutige und klare Kaufempfehlung und
hat sich neben einem Motorrad-Tourer.com-Tipp auch volle 5 LikeBikes
verdient.

Wer
dagegen deutlich größere Offroad-Anteile in seine Streckenführung
einbaut, wird sich dagegen nach Alternativen auf dem Reifenmarkt
umsehen.
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