Bei
sommerlichen Temperaturen kommt nicht nur schnell der Wunsch nach
luftigen Helmen auf, warum wir uns ja aktuell auch um den einen oder
anderen Jet-Helm kümmern. Auch in puncto Motorrad-Bekleidung wächst der
Wunsch nach weniger schweißtreibenden Schichten auf dem Körper.

Seit
einigen Jahren erfreuen sich Motorrad-Jeans einer zunehmenden
Beliebtheit. Grund genug, dass wir uns einmal gemeinsam ein aktuelles
Exemplar näher ansehen. Die Wahl fiel dabei auf das Modell Trilobite
CONSAPHO von GERMOT. Dieser Anbieter hat uns in der Vergangenheit schon
mehrfach mit kostengünstigen aber dennoch qualitativ überzeugenden
Produkten erfreut. Die Trilobite CONSAPHO wird mit folgenden Angaben angekündigt:
"Besser,
stärker und sicherer mit Kevlar® von DuPont. DuPont KEVLAR® ist sehr
widerstandsfähig gegen Schnitte, Abrieb und hohe Temperaturen.
Ausstattung: Kevlar® verstärkt an Knien, Hüften und Gesäß, hohe Abrieb- und Reißfestigkeit, FORCEFIELD Protektoren im Knie zertifiziert nach EN 1621-1 herausnehmbar und höhenverstellbar, ein hoher Schmelzpunkt (450° C) sorgt für Sicherheit bei hohen Reibungswiderstand, PU-Beschichtung auf der Oberfläche, die dieses Produkt wasserabweisend macht, Polyamid PVC Power Stretch Panel im Schritt welches komfortables tragen der Hose gewährleistet, Belüftungsreißverschlüsse im Oberschenkelbereich, doppelte Gürtelschlaufen vorne, extra hohe Taille auf der Rückseite, Garn mit hoher Dichte für besseren Zugfestigkeit
Farbe: schwarz
Obermaterial: 75% Baumwolle, 25% Polyester, 100% Kevlar® von DuPont (abriebfest)
Futter: 65% Baumwolle, 35% Polyester"

Schon
beim Auspacken der Trilobite Consapho fällt auf, wie angenehm
unauffällig sie insgesamt wirkt: Auf den ersten Blick weist kaum etwas
darauf hin, dass mit diesem Kleidungsstück ein akzeptabler Schutz von
Motorradfahrern erreicht werden soll und kann. Der schmale Schnitt in
Verbindung mit der ebenfalls für ihre schmal machende Wirkung bekannte
schwarze Farbe leisten hier ganze Arbeit.

Doch
etwas auffälliger ist dann aber die Form der Jeans im Bereich des
Rückens: Hier wurde der Stoff deutlich höher gezogen und reicht mehr
über die Gürtelschlaufen hinaus, als man es ansonsten kennt. Das führt
dazu, dass der empfindliche Nierenbereich in jedem Fall bedeckt bleibt
und damit nicht so schnell auskühlen kann, selbst wenn man auf dem
kurzen Weg zur Eisdiele gerade mal eben auf den ansonsten
obligatorischen Nierengurt verzichten sollte.

Die
zur Hose gehörenden Knieprotektoren wiederum nimmt man kaum wahr. Auch
diese wirken schmal und unauffällig. Letzteres gilt auch für die
Kevlar-Einsätze im Gesäßbereich und an den Knien. Auch hier muss man
schon sehr genau hinsehen, um diese Einsätze wahrzunehmen.

Angezogen
machen die Trilobite CONSAPHO dann zunächst einen sehr guten Eindruck
und pasen geradezu perfekt. Schnell merkt man aber auch, dass die
schmale Ausführung der Hosenbeine die Auswahl an geeignetem Schuhwerk
dann doch einschränkt: Das ist nix für schwere und hohe Stiefel, da man
diese nicht unter die Hosenbeine geschoben bekommt. Ein leichter und
halbhoher Sommerstiefel dagegen passt stilistisch eh besser und lässt
sich dann auch problemlos mit den Motorrad-Jeans kombinieren.

Nimmt
man dann auf dem Motorrad Platz, merkt man sehr schnell, was sich dann
während der Fahrt bestätigt: So angenehm die Jeans im Stehen und Gehen
zu tragen sind, so schnell kann sich das auf dem Motorrad sitzend
ändern. Wer ansonsten locker sitzende Textil-Hosen gewöhnt ist, spürt
plötzlich den eng anliegenden Stoff, insbesondere dann, wenn dieser
zusammen mit den eingearbeiteten Knieprotektoren die Beweglichkeit doch
etwas beeinträchtigt. Es ist nicht so, dass man das Knie nicht
ausreichend gebeugt bekommt, aber man spürt die dabei antstehende
Spanung des Jeans-Stoffs gleich an mehreren Stellen des Beins.
Andererseits wird dadurch auch ein Flattern des Stoffs während der Fahrt
unterbunden.


Wie
als Entlastungsreaktion neigt dann jedenfalls der noch im Stand perfekt
sitzende Knieprotektor dazu, sich zusammen mit dem Hosenbein ein wenig
nach oben zu schieben. Dadurch sitzt er nicht mehr richtig und wirft die
Frage auf, ob er im Falle eines hoffentlich nie eintretenden Sturzes
noch immer richtig platziert sein und helfen können wird. Das gilt um so
mehr. als die Protektoren dazu neigen, sich zusätzlich auch leicht zur
Knie-Innenseite hin zu verschieben und die eigentlich gefährdete
jeweilige Außenseite beider Knie dann nur noch durch den
kevlarverstärkten Stoffbereich der Hose geschützt wird.


Öffnet
man bei höheren Temperaturen die zusätzlichen Belüftungsmöglichkeiten
an beiden Oberschenkeln, weiß man die luftige Hose dann wiederum sehr zu
schätzen. Vor allem in der Rush-Hour einer Großstadt ist man äußerst
dankbar für den ausbleibenden Hitzestau und weiß sich wegen der schon
genannten Kevlar-Verstärkungen gegen Einwirkungen wie Reibung und Hitze
allemal besser geschützt, als das mit herkömmlichen Jeans der Fall wäre.

Wir
halten damit die Trilobite CONAPHO mit einem Preis von etwa 175 Euro
für eine nicht ganz preiswerte und hinsichtlich ihrer Schutzwirkung
vielleicht auch nicht ganz perfekte Alternative für heiße Tage,
insbesondere beim Einsatz im Stadtverkehr. Für einen darüber
hinausgehenden Einsatz auch im Überlandverkehr empfehlen wir dem
Hersteller, die Knieprotektoren um wenige Zentimeter nach unten und nach
außen versetzen zu lassen, damit sie dann auch ihren Zweck vollständig
und perfekt erfüllen können.
Insgesamt vergeben wir deswegen 3 von möglichen 5 Like-Bikes für die Trilobite CONSAPHO von Germot.

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