Montag, 5. September 2016

Reifen: Metzeler Z6

Frühjahr 2011:

Kurz vor dem Start meiner Tour nach „Kulthüringen“ sowie anschließend zum „Long Way To Croatia“ mit der gleichnamigen Gruppe rund um Armin Würfel zu Ostern 2011 wurde meine BMW R1150RT mit neuen Reifen ausgestattet: Da es leider für den Z8 bzw. Z8 Interact von Metzeler für mein Motorrad noch immer keine Freigaben gibt, fiel die Wahl auf den schon etwas älteren Z6 des gleichen Herstellers (www.metzelermoto.de).

Nach erfolgter Montage der Reifen begleitete ich zunächst einen Freund und seine Frau von Berlin in die Nähe von Magdeburg, wo für sie eine BMW F650 Scarver erstanden wurde. Hier hatte ich auf den gut 140 km Autobahn auf dem Hinweg sowie ca. 160 km zurück über größtenteils Landstraße eine gute Gelegenheit, die Reifen ein wenig einzufahren. Schon dabei fiel mir auf, dass mein Reisedampfer sehr gut mit ihnen harmonierte und die Haftung auf trockener Strecke einen guten Eindruck machte.

Dieser Eindruck wurde vollbeladen und im Soziabetrieb quer durch Thüringen bestätigt: Von dem tadellosen Fahrverhalten auf trockener Strecke in dem Mittelgebirge war ich sehr angetan. Sowohl das Kurven- als auch das Bremsverhalten erschienen mir tadellos.

Eine andere Herausforderung erwartete mich anschließend auf dem „Long Way To Croatia“: Auf den knapp 600 km von Passau nach Rovinj warteten einige Kurvenstrecken rund um TObertauern und Loiblpass auf meinen noch immer voll beladenen Reisedampfer, nun allerdings im Solobetrieb. Natürlich konnte mein Reisedampfer mit mir als Fahrer aus Flachlandtirol nicht immer den beiden mich begleitenden Bergzicken aus dem Bayerischen Wald auf Ihren 12er GSen auf den Fersen folgen.

Aber sehr beeindruckte mich, dass die Metzeler Z6 so manches Mal überraschten, wenn ich Sorge hatte, eine Kurve oder Kehre mit einem Schuss zu viel Enthusiasmus angefahren zu sein. Solche Mutausbrüche quittierten die Reifen, immer wenn ich es gerade bereuen wollte, mit stoischer Ruhe und Gelassenheit: Es gab tatsächlich keine Situation, in der meine Maschine irgendwie außer Kontrolle erschien und größere Korrekturen notwendig wurden.
Hinterreifen nach gut 2000 km

Damit haben die Z6 den Alpentest wiederum bei trockenem Wetter eindeutig und mit Bravour bestanden. Was mir jetzt noch fehlt und worüber noch zu berichten sein wird, sind zwei Aspekte: Wie ist das Fahrverhalten bei Nässe und wie schaut es mit der Haltbarkeit bzw. Abnutzung aus. Ich werde demzufolge also weiter berichten.

Update 09.06.2011:

Mittlerweile habe ich auch meine Nässe-Erfahrungenmit dem Z6 von Metzeler machen dürfen, allerdings bei starkem Schlagregen während meiner Anreise zum \\\"Urlaub mitten in Deutschland\\\" in der Nähe von Göttingen: Irgendwie geht es in dieser saison wohl nur digital bei mir, denn entweder fahre ich bei trockenem Wetter oder eben bei sintflutartigen Verhältnissen, die keine wirkliche Aussage zulassen.
Auch weiterhin bin ich bei trockenem Wetter äußerst zufrieden mit der Haftung des Z6. Ob so manche Kippeligkeit bei Längsrillen eher auf die Reifen oder mein Motorrad, das ich ja auch erst seit dem vergangenen Herbst bewege, zurückzuführen ist, muss ich später noch versuchen, herauszufinden. Immerhin bin ich auf meinem \\\"Long Way To Croatia\\\" auch in den Alpen gut mit den Z6 zurecht gekommen, die meinen Reisedampfer verhältnismäßig wendig um die Kurven geführt haben.
Hinsichtlich des Spritverbrauchs kann ich nach nunmehr über 6000 gefahrenen Kilometern mit dem Z6 nur eine eindeutige Aussage treffen: Der Spritverbrauch steigt nicht an. Vielleicht ist er sogar einen Hauch gesunken, aber dazu schwanken meine Verbräuche eigentlich nach wie vor noch zu stark, um eine valide Aussage zu rechtfertigen.
Schwer begeistert mich die Haltbarkeit, die der Z6 bis jetzt zeigt: Auch nach über 6000 km Fahrleistung mache ich mir keine Sorgen, meine ab morgen startende Motorrad-Pilgerreise entlang der Via Slavica von Warschau nach Rom mit anschließender Heimfahrt nach Berlin auch noch mit den gleichen Z6 zu absolvieren: Ich denke, dass meine Reifen auch die jetzt anstehenden knapp 5000 km in zwei Wochen abspulen werden, so dass wir dann bei Laufleistungen deutlich jenseits von 10000 km ankommen werden. Mal schauen, ob dann ein Wechsel notwendig wird. Immerhin habe ich von schnurgeraden Autobahnpassagen von Berlin nach Warschau sowie auf dem Rückweg von Rom über geschwungene Landstraßen zum Beispiel durch die Emilia Romagna oder die Toskana auch einige kurvenreiche Alpenpässe vor mir, so dass auf die Reifen eine ganz unterschiedliche Belastungssituation zukommen wird. Ich bin gespannt aber guter Dinge und voller Vertrauen!

Update 22.06.2011 –  Metzeler Z 6 nach 3500 km in weniger als zwei Wochen auf der Via Slavica

Mittlerweile habe ich zu den etwa 7000 zuvor zurückgelegten Kilometern in dieser Saison mit meinen Z6 weitere etwa 3500 km innerhalb von knapp zwei Woche auf meiner Via Slavica von Warschau nach Rom zurückgelegt. Noch immer zeichnen sie sich durch einen sehr guten Grip bei Trockenheit aus, und zwar sowohl bei schneller Fahrt auf der Autobahn als auch auf kurvenreichen Strecken im Gebäude.

Nun sind auch die ersten Regenerfahrungen dazu gekommen. Auch hier greifen die Gummis während der Fahrt ziemlich gut. In der Tat scheint meine eigene Hemmschwelle bei nasser Fahrbahn deutlich vor der Leistungsgrenze des Z6 zu liegen. Jedenfalls bin ich auch bei unterschiedlich starken Regenfällen auf der Via Slavica auch und gerade in den Alpen zu keinem Zeitpunkt in Schwierigkeiten geraten. Einzig auf längs verlaufenden Bitumenstreifen zur Ausbesserung des Fahrbahnbelags wird es bei Feuchtigkeit etwas kippelig.

Auch was den Verschleiß angeht, bin ich bislang sehr überzeugt: Die noch ausstehenden etwa 1500 km auf der Rückfahrt von der Via Slavica nach Berlin werden mit diesem Reifensatz wohl auch noch in jedem Fall abgespult werden, vielleicht reicht es daheim auch noch für die eine oder andere Tagesetappe.

Insgesamt fühlen sich die Reifen an meinem Reisedampfer BMW R 1150 RT sehr „rund“ und passend an, die Maschine lässt sich in den unterschiedlichen Fahrsituationen problemlos handeln. Ich bin mit den Z6 weiterhin sehr zufrieden, denn sie sind ein guter Reisebegleiter.

Update 09.09.2011:

Mittlerweile sind die Z6 über 12000 km abgespult und ihre Nachfolger warten bereits in der Garage. Wenn ich ehrlich bin, müssten die Z6 noch immer nicht ausgetauscht werden. Sie weisen vorne noch immer ein Profil von 2 mm und hinten ein Profil von 2,5 mm aus. Das reicht eigentlich noch immer für einige Kilometer und beeindruckt mich sehr. Normalerweise dürfte das noch für weitere zwei- bis dreitausend Kilometer reichen, so dass die 15000 km realistisch erscheinen.


Das Gesamtpaket aus Haltbarkeit, Haftung auf trockener wie nasser Fahrbahn und Handling meines Reisedampfers lassen die Z6 zu meinem Top-Favoriten werden. Dieser Reifen setzt nach meinen bisherigen Erfahrungen anderer Fabrikate jedenfalls an meiner R1150RT Maßstäbe, die es seinen nachfolgern schwer machen dürften. Der Z8 soll noch besser sein? Ich werde es ausprobieren aber später. Denn aktuell steht erstmal wieder Neugierde und Experimentierfreudigkeit auf dem Programm. Dazu aber an anderer Stelle mehr.

Für mich hat der schon in die Jahre gekommene Metzeler Z6 dennoch auf ganzer Linie einen Motorrad-Tourer.com-Tipp! verdient.

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