Kurz
vor dem Start meiner Tour nach „Kulthüringen“ sowie anschließend zum
„Long Way To Croatia“ mit der gleichnamigen Gruppe rund um Armin Würfel
zu Ostern 2011 wurde meine BMW R1150RT mit neuen Reifen ausgestattet: Da
es leider für den Z8 bzw. Z8 Interact von Metzeler für mein Motorrad
noch immer keine Freigaben gibt, fiel die Wahl auf den schon etwas
älteren Z6 des gleichen Herstellers (www.metzelermoto.de).
Nach
erfolgter Montage der Reifen begleitete ich zunächst einen Freund und
seine Frau von Berlin in die Nähe von Magdeburg, wo für sie eine BMW
F650 Scarver erstanden wurde. Hier hatte ich auf den gut 140 km Autobahn
auf dem Hinweg sowie ca. 160 km zurück über größtenteils Landstraße
eine gute Gelegenheit, die Reifen ein wenig einzufahren. Schon dabei
fiel mir auf, dass mein Reisedampfer sehr gut mit ihnen harmonierte und
die Haftung auf trockener Strecke einen guten Eindruck machte.
Dieser
Eindruck wurde vollbeladen und im Soziabetrieb quer durch Thüringen
bestätigt: Von dem tadellosen Fahrverhalten auf trockener Strecke in dem
Mittelgebirge war ich sehr angetan. Sowohl das Kurven- als auch das
Bremsverhalten erschienen mir tadellos.
Eine
andere Herausforderung erwartete mich anschließend auf dem „Long Way To
Croatia“: Auf den knapp 600 km von Passau nach Rovinj warteten einige
Kurvenstrecken rund um TObertauern und Loiblpass auf meinen noch immer
voll beladenen Reisedampfer, nun allerdings im Solobetrieb. Natürlich
konnte mein Reisedampfer mit mir als Fahrer aus Flachlandtirol nicht
immer den beiden mich begleitenden Bergzicken aus dem Bayerischen Wald
auf Ihren 12er GSen auf den Fersen folgen.
Aber
sehr beeindruckte mich, dass die Metzeler Z6 so manches Mal
überraschten, wenn ich Sorge hatte, eine Kurve oder Kehre mit einem
Schuss zu viel Enthusiasmus angefahren zu sein. Solche Mutausbrüche
quittierten die Reifen, immer wenn ich es gerade bereuen wollte, mit
stoischer Ruhe und Gelassenheit: Es gab tatsächlich keine Situation, in
der meine Maschine irgendwie außer Kontrolle erschien und größere
Korrekturen notwendig wurden.

Hinterreifen nach gut 2000 km
Damit
haben die Z6 den Alpentest wiederum bei trockenem Wetter eindeutig und
mit Bravour bestanden. Was mir jetzt noch fehlt und worüber noch zu
berichten sein wird, sind zwei Aspekte: Wie ist das Fahrverhalten bei
Nässe und wie schaut es mit der Haltbarkeit bzw. Abnutzung aus. Ich
werde demzufolge also weiter berichten.
Update 09.06.2011:
Mittlerweile
habe ich auch meine Nässe-Erfahrungenmit dem Z6 von Metzeler machen
dürfen, allerdings bei starkem Schlagregen während meiner Anreise zum
\\\"Urlaub mitten in Deutschland\\\" in der Nähe von Göttingen:
Irgendwie geht es in dieser saison wohl nur digital bei mir, denn
entweder fahre ich bei trockenem Wetter oder eben bei sintflutartigen
Verhältnissen, die keine wirkliche Aussage zulassen.
Auch
weiterhin bin ich bei trockenem Wetter äußerst zufrieden mit der
Haftung des Z6. Ob so manche Kippeligkeit bei Längsrillen eher auf die
Reifen oder mein Motorrad, das ich ja auch erst seit dem vergangenen
Herbst bewege, zurückzuführen ist, muss ich später noch versuchen,
herauszufinden. Immerhin bin ich auf meinem \\\"Long Way To Croatia\\\"
auch in den Alpen gut mit den Z6 zurecht gekommen, die meinen
Reisedampfer verhältnismäßig wendig um die Kurven geführt haben.
Hinsichtlich
des Spritverbrauchs kann ich nach nunmehr über 6000 gefahrenen
Kilometern mit dem Z6 nur eine eindeutige Aussage treffen: Der
Spritverbrauch steigt nicht an. Vielleicht ist er sogar einen Hauch
gesunken, aber dazu schwanken meine Verbräuche eigentlich nach wie vor
noch zu stark, um eine valide Aussage zu rechtfertigen.
Schwer
begeistert mich die Haltbarkeit, die der Z6 bis jetzt zeigt: Auch nach
über 6000 km Fahrleistung mache ich mir keine Sorgen, meine ab morgen
startende Motorrad-Pilgerreise entlang der Via Slavica von Warschau nach
Rom mit anschließender Heimfahrt nach Berlin auch noch mit den gleichen
Z6 zu absolvieren: Ich denke, dass meine Reifen auch die jetzt
anstehenden knapp 5000 km in zwei Wochen abspulen werden, so dass wir
dann bei Laufleistungen deutlich jenseits von 10000 km ankommen werden.
Mal schauen, ob dann ein Wechsel notwendig wird. Immerhin habe ich von
schnurgeraden Autobahnpassagen von Berlin nach Warschau sowie auf dem
Rückweg von Rom über geschwungene Landstraßen zum Beispiel durch die
Emilia Romagna oder die Toskana auch einige kurvenreiche Alpenpässe vor
mir, so dass auf die Reifen eine ganz unterschiedliche
Belastungssituation zukommen wird. Ich bin gespannt aber guter Dinge und
voller Vertrauen!
Update 22.06.2011 – Metzeler Z 6 nach 3500 km in weniger als zwei Wochen auf der Via Slavica
Mittlerweile
habe ich zu den etwa 7000 zuvor zurückgelegten Kilometern in dieser
Saison mit meinen Z6 weitere etwa 3500 km innerhalb von knapp zwei Woche
auf meiner Via Slavica von Warschau nach Rom zurückgelegt. Noch immer
zeichnen sie sich durch einen sehr guten Grip bei Trockenheit aus, und
zwar sowohl bei schneller Fahrt auf der Autobahn als auch auf
kurvenreichen Strecken im Gebäude.
Nun
sind auch die ersten Regenerfahrungen dazu gekommen. Auch hier greifen
die Gummis während der Fahrt ziemlich gut. In der Tat scheint meine
eigene Hemmschwelle bei nasser Fahrbahn deutlich vor der Leistungsgrenze
des Z6 zu liegen. Jedenfalls bin ich auch bei unterschiedlich starken
Regenfällen auf der Via Slavica auch und gerade in den Alpen zu keinem
Zeitpunkt in Schwierigkeiten geraten. Einzig auf längs verlaufenden
Bitumenstreifen zur Ausbesserung des Fahrbahnbelags wird es bei
Feuchtigkeit etwas kippelig.
Auch
was den Verschleiß angeht, bin ich bislang sehr überzeugt: Die noch
ausstehenden etwa 1500 km auf der Rückfahrt von der Via Slavica nach
Berlin werden mit diesem Reifensatz wohl auch noch in jedem Fall
abgespult werden, vielleicht reicht es daheim auch noch für die eine
oder andere Tagesetappe.
Insgesamt
fühlen sich die Reifen an meinem Reisedampfer BMW R 1150 RT sehr „rund“
und passend an, die Maschine lässt sich in den unterschiedlichen
Fahrsituationen problemlos handeln. Ich bin mit den Z6 weiterhin sehr
zufrieden, denn sie sind ein guter Reisebegleiter.
Update 09.09.2011:
Mittlerweile
sind die Z6 über 12000 km abgespult und ihre Nachfolger warten bereits
in der Garage. Wenn ich ehrlich bin, müssten die Z6 noch immer nicht
ausgetauscht werden. Sie weisen vorne noch immer ein Profil von 2 mm und
hinten ein Profil von 2,5 mm aus. Das reicht eigentlich noch immer für
einige Kilometer und beeindruckt mich sehr. Normalerweise dürfte das
noch für weitere zwei- bis dreitausend Kilometer reichen, so dass die
15000 km realistisch erscheinen.


Das
Gesamtpaket aus Haltbarkeit, Haftung auf trockener wie nasser Fahrbahn
und Handling meines Reisedampfers lassen die Z6 zu meinem Top-Favoriten
werden. Dieser Reifen setzt nach meinen bisherigen Erfahrungen anderer
Fabrikate jedenfalls an meiner R1150RT Maßstäbe, die es seinen
nachfolgern schwer machen dürften. Der Z8 soll noch besser sein? Ich
werde es ausprobieren aber später. Denn aktuell steht erstmal wieder
Neugierde und Experimentierfreudigkeit auf dem Programm. Dazu aber an
anderer Stelle mehr.
Für mich hat der schon in die Jahre gekommene Metzeler Z6 dennoch auf ganzer Linie einen Motorrad-Tourer.com-Tipp! verdient.

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