Montag, 5. September 2016

Helmtest: LS2 Convert 393

April 2013:


Nicht nur ein gewöhnlicher Klapphelm ist der LS2 Convert 393. Vielmehr lässt sich sein Kinnteil bis hinter den Hinterkopf schieben, so dass sich ohne Umbaumaßnahmen ein echtes Jethelm-Feeling einstellen kann. Der Hersteller sagt dazu:


LS2 Convert 393

„Mit seinem futuristischen Klappmechanismus (kann man auf) zwei verschiedene Arten den Helm tragen. Neben einem komplett ausgestatteten Vollintegral-Helm erhält der LS2-Kunde auch eine offene Helmversion mit voll funktionsfähigem Visier und einer integrierten Sonnenblende.

LS2 Convert 393 offen

Im Gegensatz zu herkömmlichen Klapphelmen erlaubt der LS2 Convert 393 seinem Träger auch in offener Version höhere Geschwindigkeiten zu genießen. Der Kinnschutz steht beim Convert 393 bei geöffnetem Helm nämlich nicht im 90 Grad Winkel nach oben, sondern schmiegt sich in aerodynamisch günstiger Position an die Rückseite des Helmes an. Somit erfreut sich der Fahrer nicht nur an frischer Luft und freier Sicht, sondern auch an einem fest sitzenden Helm ohne störenden „Windfang“.

LS2 Convert 393 von vorne offen
Für einen kühlen Kopf bei hohen Temperaturen und einen außerordentlichen Tragekomfort sorgt das Outlast® Innenfutter. Das in der Raumfahrt erprobte Material unterstützt den menschlichen Körper bei der natürlichen Temperaturregulierung und sorgt so für echtes „Wohlfühl-Klima“.

LS2 Convert 393 Helmrucksack


Der Convert 393 ist in den Größen XS-XXL in den Farben weiß, matt schwarz, matt titanium und schwarz erhältlich. Serienmäßig ist der Helm mit einem beschlagfreien Visier, integrierter Sonnenblende, Be- und Entlüftung und einem Ratschenverschluss ausgestattet. Anlässlich des fünfjährigen Jubiläums von LS2 wird der Convert 393 bis auf weiteres mit einem hochwertigen Helmrucksack ausgeliefert.


Der empfohlene Kaufpreis beträgt EUR 299,90.“


LS2 Convert 393 innen     Cardo G9



Mit diesen Vorschusslorbeeren geschmückt musste der 393 Convert dann in den vergangenen Wochen den Praxistest in der Redaktion von Motorrad-Tourer.com antreten. Zugegeben, es war keine leichte Aufgabe, die wir ihm zugedacht haben:

Während die „gesetzteren“ Kollegen unseres Teams auf ihren vollverkleideten Tourenmotorrädern mit dem Schubeth C3 Pro einen der Platzhirsche unter den Klapphelmen zufrieden grinsend spazieren fahren, wurde der Newcomer von LS2 gleich hart ran genommen. Max als Vertreter der jüngeren Fraktion ist dazu passend auch auf einer nackigen Triumph Street Triple unterwegs und nahm den mit einem Cardo G9 gepimpten LS2 unter die sprichwörtliche Lupe. Was hat er dabei herausgefunden? Hier das Ergebnis kurz und knapp:

LS2 Convert 393 mit Cardo G9
 
Pro:

  • Das vollständig nach hinten klappbare Kinnteil des Covert 393 verringert im Vergleich zu anderen Klapphelmen den Windwiderstand erheblich
  • Dadurch ergibt sich auch im Falle eines Unfalls eine weniger ungünstige Hebel-Situation, auch wenn bei Nutzung dieses Features der Unterkiefer naturgemäß nicht so gut wie im geschlossenen Zustand geschützt werden kann.
  • Das Vorhandensein eines integrierten Sonnenvisiers
  • sehr starke Belüftung des Helms (ist aber auch ein Contra-Punkt siehe unten)
  • gute Antifog-Beschichtung des Hauptvisiers

 
Contra:

  • nicht für Brillenträger geeignet, da für die Bügel entsprechende Durchlässe im Helmpolster fehlen und der Helm die Brille auf die Nase drückt
  • kein Pinlock
  • Lautes Pfeifen bei geöffneter oberer Belüftung, schon ab 40km/h, weil
  • der Helm sehr luftig ist (auch bei geschlossenen Lüftungen) so dass es zumindest auf einem Naked Bike teilweise schon an den Ohren zieht. An heißen Tagen ist dies sicherlich angenehm, deswegen wird dieser Punkt auch bei Pro und Contra aufgeführt
  • Laute Verwirbelungen ab ca. 80kmh aufgrund der Klappmechanik und der daraus resultierenden Ecken und Kanten
  • Sonnenvisier ist nicht stufenlos verstellbar und der Hebel lässt sich schwer einrasten, damit das Visier unten bleibt
 
Damit wechselten sich jedenfalls unter unseren Testbedingungen Licht und Schatten ab. Mit einiger Überredungskunst ist es uns dann auch gelungen, Max auf eines unserer Tourenmotorräder zu setzen und einige Kilometer damit fahren zu lassen. Von diesem Moment an überwog seine Kritik an dieser Art der Fortbewegung auf zwei Rädern und seine weniger positiven Eindrücke vom Helm gerieten in den Hintergrund.
 
Unser Fazit:

Dieser Helm ist eher etwas für Tourenfahrer, die hinter einer großen Scheibe vor Wind geschützt sind. Für ungeschützte Fahrer und Brillenträger erscheint der Convert 393 von LS2 leider weniger gut geeignet. Das ist um so bedauerlicher, spricht er doch mit seiner futuristischen und nicht alltäglichen Optik durchaus auch und vor allem jüngere Fahrer an, deren Leidenschaft eher weniger durch voluminöse Reisedampfer gekennzeichnet ist.


Bewertung LS2 Convert 393:  2 Like-Bikes






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