Donnerstag, 17. April 2014

#2014AIDA - Steinalt und urig

Für den vierten Tag unserer Reise setzen wir über Nacht auf die britische Insel über. So, wie uns bisher die Sonne tagsüber begleitet, finden wir nachts im Vollmond einen vollwertigen Ersatz.



Unser Ziel ist Southampton im Südwesten Englands. Von hier aus sind schon die Puritaner auf ihrer Mayflower gen Amerika ausgewandert, aber auch die Titanic startete hier ihre bekanntlich letzte Reise, was für uns aber kein schlechtes Omen sein soll.

Wir haben uns erneut für die Mietwagenlösung entschieden und nehmen nach einem viertelstündigen Fußmarsch unseren heutigen Begleiter bei Hertz mit ansteigendem Puls in Empfang: Der in England übliche Linksverkehr ist für mich eine Neuigkeit, die durch die - für uns - seitenverkehrte Anbringung des Lenkrads sowie die sich daraus ergebende Notwendigkeit, mit der linken Hand zu schalten, nicht vereinfacht wird. Zum Glück sind die Fußpedale in der bekannten Anordnung und auch Blinker- und heute nicht benötigter Scheibenwischerhebel finde ich wie gewohnt an Ort und Stelle.

Schneller als gedacht habe ich mich an den Linksverkehr gewöhnt; zahlreiche Kreisverkehre, die nun im Uhrzeigersinn angefahren werden, schulen ungemein...



So kommen wir denn gut voran und erreichen nach etwa einer Stunde Stonehenge, diesen sagenumwobenen und mystischen Ort, über dessen ursprüngliche Nutzung bis heute nur verschiedene Theorien, aber keine wirkliche Gewissheit besteht: Religiöse Kult- und Opferstätte oder astronomisch genutztes Gebilde oder beides?



In jedem Fall scheint man sich momentan sicher zu sein, dass diese in der weiten Gras- und Hügellandschaft herumstehenden Steine seit etwa 4500 Jahren dort stehen sollen. Noch älter seien die außen herum angelegten Gräben und Wälle: Ursprünglich aus dem weißen Kalkstein herausgeschlagene Gräben und aufgetürmten Wälle, die dem Monument einen Teil seines Namens geben ("Henge") und heute komplett mit Rasen bewachsen sind, wurden kreisförmig und mit einem Durchmesser von etwa 100 Metern angelegt. Das soll bereits vor etwa 5000 Jahren geschehen sein.



Die Steine selbst sind in zwei Kreisformen angelegt: Im Innern befindet sich der Blausteinkreis aus ursprünglich 60 kleinen aufrecht stehenden Blausteinen. Umgeben werden diese von 30 aufrechten Sarsensteinen, die ehemals, sofern die Anlage überhaupt fertiggestellt wurde, mit Decksteinen versehen waren.



Wir werden auf abgesteckten Wegen mit unterschiedlicher Distanz zum Monument um dieses herumgeführt und erfahren nebenbei aus unseren auch in deutscher Sprache erhältlichen Audioguides, welche der umliegenden Hügel das eine oder andere Hügelgrab enthielt.



Nach einer ausgiebigen Besichtigung dieses bekannten Monuments zieht es uns in eine typisch englische Stadt mit dem urigen Charme der Inselbewohner: Salisbury ist unser Ziel, die Stadt, deren umliegende Hügel vor vielen Jahren bereits von Peter Gabriel in einem bekannten Song besungen wurden.



Schon von weitem winkt uns der 123 Meter hohe Turm der St.-Mary`s Cathedral, der damit auch gleichzeitig der höchste Kirchenturm Englands ist, zu. Aber diese Kathedrale weist noch einige weitere Sehenswürdigkeiten auf: So finden wir insbesondere in den Seitenschiffen zahlreiche bunte Glasfenster, die durch das strahlende Sonnenlicht, das uns auch an diesem Tag wieder begleitet, zum Leuchten gebracht werden.




Aber auch das Kreuzgewölbe sowie die facettenreiche Fassade laden zum Bestaunen ein.




Uns fasziniert der beeindruckende Kreuzgang, der einen Blick in den lichtdurchfluteten Innenhof freigibt.





Hier finden wir dann auch den Wegweiser zur Bibliothek, wo tatsächlich noch ein originales, handgeschriebenes Exemplar der Magna Charta aufbewahrt wird! Leider ist das Fotografieren an dieser Stelle nicht zulässig, was aber andererseits auch verständlich ist.

Uns zieht es wieder in die Innenstadt von Salisbury, wo wir uns gerne von dem Flair und der Stimmung inmitten zahlreicher Geschäfte und einem bunten Treiben zwischen architektonisch verschiedenen Gebäude einfangen lassen.




Zum Abschluss wählen wir zwischen den verschiedenen historischen Gasthöfen und Pubs, in denen vorwiegend das bekannte Ale ausgeschenkt wird, ein besonderes Lokal aus: Im "The Old Ale House" werden schon seit mehr als 600 Jahren durstige Kehlen versorgt und hungrige Mägen beruhigt.




Nach einem Tag voller Eindrücke checken wir spätnachmittags wieder auf der AIDA ein, damit wir wiederum über Nacht unser nächstes Ziel ansteuern können: Die belgische Gourmet-Metropole Brügge...



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